17.05.2012, 05:01 Uhr
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Prävention
Stethoskop
Die Abteilung »Gesundheitsschutz« der BGN
Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) ist die gesetzliche Unfallversicherung für über drei Millionen Versicherte in rund 400.000 Unternehmen dieser Branchen. Neben Rehabilitation und Entschädigung bei Arbeitsunfall und Berufskrankheit hat die BGN den gesetzlichen Auftrag zur Prävention (SGB VII, §1, §14), d. h. zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Dafür ist der Geschäftsbereich Prävention mit den Abteilungen Zentrallabor, Bildung und Organisationsentwicklung, Zentrale Anlagenberatung, Sicherheit/Technischer Aufsichtsdienst und Gesundheitsschutz zuständig.
Die Mitarbeiter dieser Abteilungen beraten die Betriebe branchenspezifisch und bedarfsorientiert zu allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Um eine innovative und effektive Prävention zu gewährleisten, ist Präventionsforschung eine wesentliche Voraussetzung. Gesundheitsschutz zu betreiben muss in der heutigen Zeit aus technischer, medizinischer, finanzökonomischer aber auch sozialer Sicht betrachtet werden.
Dies im Zusammenhang zu bewerten und Lösungsangebote zu erarbeiten ist eine Herausforderung, der sich die Abteilung Gesundheitsschutz täglich stellt.
Aufgrund der unterschiedlichen gesundheitlichen Risikofaktoren innerhalb der Branchen wurden verschiedene Arbeitsbereiche innerhalb der Abteilung Gesundheitsschutz aufgebaut. Ging es früher vorwiegend noch um den Schutz vor Berufskrankheiten, steht seit einigen Jahren die Förderung der Gesundheit im Vordergrund. Nach dem klassischen passiven Gesundheitsschutz mit seinem Schwerpunkt auf dem Minimieren von Gefährdungen und Risiken ist heute vorwiegend die Betrachtung von Gesundheitsressourcen notwendig. Dabei ist die Förderung der salutogenen Ressourcen in Kombination mit Maßnahmen der Verhaltens- und der Verhältnisprävention ein wesentlicher strategischer Aspekt.
Heute existieren bei unserer BG eine Vielzahl von Präventionsangeboten (Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von allergischen Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems, insbesondere der Wirbelsäule, Suchterkrankungen, psychomentalen Fehlbelastungen insbesondere infolge von Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lärm- oder Klimabelastungen) von denen hier nur einige beispielhaft aufgeführt werden können.
1. Prävention allergischer Atemwegserkrankungen im Backgewerbe
Das wohl bekannteste Forschungsprojekt, welches inzwischen in ein reguläres Präventionsverfahren der BGN überführt werden konnte, ist die Ursachenanalyse und Risikobewertung für die Entstehung oder Verschlimmerung allergischer Atemwegserkrankungen im Backgewerbe (Bäckerasthma / Bäckerschnupfen).
Intensive Forschungsarbeit durch Ärzte, Biologen, Chemiker, Physiker, Techniker, Psychologen u. a. macht es heute möglich, dass bereits

Mann sitzt an Atemgerät
Durch Untersuchungen in der Backstube des erkrankten Bäckers zu technischen und klinischen Parametern können den Betroffenen bzw. deren Arbeitgebern nicht nur allgemeine Hinweise, sondern ganz gezielte und auf den jeweiligen Arbeitsplatz zugeschnittene Präventionsempfehlungen gegeben werden.
Die Betroffenen werden zu einer speziellen Asthmaschulung eingeladen, die im Vergleich zu herkömmlichen Asthmaschulungen das Krankheitsbild im Zusammenhang mit den Besonderheiten des individuellen Arbeitsplatzes betrachtet, wie z.B. die Verringerung der berufsbedingten Auslösefaktoren.
Des Weiteren wird eine medizinische Betreuung in Zusammenarbeit mit den Haus- und/oder Lungenärzten durch die Abteilung Gesundheitsschutz koordiniert. Dazu werden in allen Außenstellen und in vielen regionalen Kompetenzzentren der BGN „Bäckersprechstunden“ angeboten. Zunehmend nutzen auch gesunde Bäcker, Berufsanfänger oder engagierte Arbeitgeber diese Sprechstunden, um sich bereits vor/bei Entstehung erster Krankheitszeichen, zu möglichen Schutzmaßnahmen zu informieren.
Durch das Präventionsprogramm ist es der BGN gelungen, schwere Atemwegserkrankungen deutlich zurückzudrängen und Frühfälle rechtzeitig zu erfassen, Bäckerasthmafälle insgesamt bundesweit zu reduzieren, bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und dabei sogar Kosten einzusparen, die zwischenzeitlich eine Beitragssenkung im Backgewerbe bewirkt haben. Die BGN konnte durch das Verfahren von 1995 bis 2005 mehr als 100 Mio. EUR einsparen.
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