02.09.2010, 19:38 Uhr
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Prävention
Prof. Dr. med. Romano Grieshaber

Nach dem Studium der Ingenieurwissenschaften und mehrjähriger Industrietätigkeit nahm er 1972 das Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg auf, das er 1978 mit Approbation und Promotion abschloss.
Seit 1986, nach klinischer Tätigkeit in Innerer Medizin, Unfallchirurgie, Notarztwesen und Arbeitsmedizin war er tätig als Leitender Arzt beim Arbeitsmedizinischen Dienst der Berufsgenossenschaft mit Weiterbildungsermächtigung zum Facharzt. 1994 wurde er Ärztlicher Direktor bei der BGN. Seit 2000 ist er Leiter der Prävention und Forschung der BGN mit den Abteilungen und Dezernaten:
- Sicherheit
- Gesundheitsschutz
- Zentrallabor, Messwesen, Explosionsschutz
- Bildung und Organisationsentwicklung
- Maschinenprüfstelle, Internationale Normung, Anlagensicherheit
- Arbeitsmedizinscher-Sicherheitstechnischer Dienst
- Verkehrssicherheit
- Koordination und Verwaltung systemorientierter Expertensysteme
Des Weiteren ist er Vorstandsmitglied der Forschungsgesellschaft für angewandte Systemsicherheit und Arbeitsmedizin (FSA), Mitglied der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit (IVSS) und Vorstandssprecher des Kompetenzzentrums für interdisziplinäre Prävention (KIP) der Universität Jena.
Seit 1994 hat er verantwortlich die medizinische Forschung von BGN und FSA geprägt und federführend gestaltet. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden regelmäßig bei der gemeinsamen arbeitsmedizinischen Jahrestagung von BGN und Universität Jena, den "Erfurter Tagen", vorgetragen und veröffentlicht. Schwerpunktthemen sind dabei
- Atemwegserkrankungen
- Hauterkrankungen
- Biomechanik; Muskel- /Skeletterkrankungen
- Herz- und Kreislauferkrankungen
Wegweisend sind der interdisziplinäre Ansatz und die Praxisorientierung seiner Arbeiten.
Prof. Dr. Romano Grieshaber hat in der Vorbeugung berufsbedingter Erkrankungen u. a. erfolgreich einen neuen Präventionsansatz innerhalb der BGN zur Verhütung bzw. Minimierung der Folgen allergischer Erkrankungen bei Bäckern („Bäckerasthma“) und ähnlich exponierten Berufsgruppen etabliert. Kernpunkt seines Ansatzes ist es dabei, durch pathogenetisch orientierte Risikozustandsanalysen die berufsbedingte Gefährdung der betroffenen Versicherten abzuschätzen und daraus Präventions- und Behandlungsmaßnahmen abzuleiten. In den vergangenen zehn Jahren konnte nicht nur die medizinische Wirksamkeit und Durchführbarkeit dieser Präventionsmaßnahmen wissenschaftlich belegt und publiziert werden, sondern auch deren Kosten senkendes Potenzial. Er hat bei der Dosis-Wirkungsbeziehung und der „1 Korn genügt“-Theorie für allergene Berufsstoffe wissenschaftliche Dogmen gebrochen und große Erfolge bei der Bekämpfung dieser Erkrankungen erreicht.
Aktuell bilden Untersuchungen zur Passivrauchbelastung in der Gastronomie einen Schwerpunkt seiner Arbeit, wobei sich auch hier abzeichnet, dass die Hypothesen zur Dosis-Wirkungsbeziehung und „1 Molekül genügt“ weiterer wissenschaftlicher Forschung bedürfen.
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